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Kollegium

„Immer muss die Haltung des Lehrers die der Liebe bleiben.
Dem Kind gehört der erste Platz,
und der Lehrer folgt ihm und unterstützt es.
Er muss passiv werden, damit das Kind aktiv werden kann.
Er muss dem Kind die Freiheit geben, sich äußern zu können;
denn es gibt kein größeres Hindernis für die Entfaltung
der kindlichen Persönlichkeit als einen Erwachsenen,
der mit seiner ganzen überlegenen Kraft gegen das Kind steht“.

Maria Montessori

 

Im Mittelpunkt unserer Arbeit stehen die Kinder. Wir sehen unsere Aufgabe darin, sie in ihrer Wissensaneignung zu unterstützen, gleichzeitig ihre Neugier zu vergrößern, ihre Persönlichkeit zu stärken und darauf zu achten, dass sie sich in Gruppen sicher fühlen. Ebenso wollen wir auch ihrem Drang nach Eigentätigkeit und Bewegung genug Raum lassen, damit sie gesund heranwachsen können.

Wir Pädagogen nutzen dazu unsere vielfältigen Kompetenzen, setzen unterschiedliche Methoden und Medien ein und sind uns bewusst, dass die Bedingungen, unter denen Kinder aufwachsen, einem ständigen Wandel unterliegen. Wir reagieren nicht nur auf zum Teil problematische Veränderungen im Umfeld der Kinder, sondern haben auch ihre Zukunft im Sinn. Da unsere Arbeit nur durch Wertschätzung, Vertrauen und Toleranz gelingen kann, suchen wir immer auch die Zusammenarbeit mit den Eltern. Dabei ist uns bewusst, dass die Erziehungsberechtigten in erster Linie die Verantwortung für die Entwicklung ihrer Kinder tragen. Wir wollen die Eltern bei dieser Aufgabe unterstützen und wissen, dass bei allen Kindern Konzepte nur greifen können, wenn diese im Dialog zwischen Schule und Elternhaus entwickelt und verwirklicht werden.

Unser Selbstverständnis als Lehrerin oder als Lehrer ist geprägt von unserer grundsätzlichen Einstellung zum Kind.

„Es geht darum, das Kind als Subjekt im Lernprozess zu sehen, es als aktiv handelndes Individuum anzuerkennen, die Achtung vor seiner Würde in den Mittelpunkt der Arbeit zu stellen und den Unterricht entsprechend zu gestalten. Dieser Haltung liegt die Einsicht zugrunde, dass sich das Lernen als eigengesetzlicher, selbstgesteuerter Prozess vollzieht, der bei den Kindern sehr unterschiedlich verlaufen kann.“ (Empfehlungen der Kultusministerkonferenz zur Arbeit in der Grundschule – Bek. d. MK v. 1.7.1994 -301 – 81 020 (SVBl. 7/1994, S.197)

Aus unserem Selbstverständnis als Schule mit Montessori-Schwerpunkt ist uns die Entwicklung der Eigenverantwortung des Kindes sehr wichtig. Maria Montessori sagt, jedes Kind hat seinen eigenen Bauplan, ist der “Baumeister seines Lebens”. Es muss seine Entwicklung für sich selbst betreiben, es muss selbst handeln, selbst denken, selbst fühlen. In den nordrhein-westfälischen Richtlinien für die Grundschule wird es so ausgedrückt: Die Schülerinnen und Schüler sollen insbesondere lernen selbstständig und eigenverantwortlich zu handeln. Diese Einstellung zum Kind hat Konsequenzen für uns und unser schulisches Tun. Unsere Pläne, unsere Ziele, unsere Methodik, unser Stoff und unser Erfolg dürfen nicht im Mittelpunkt unseres Denkens stehen. Wir müssen die Rolle des Be-Lehrers aufgeben zugunsten der eines Lernberaters, eines Entwicklungsbegleiters für das Kind auf seinem Weg zur Selbstfindung, Selbstständigkeit und Eigenverantwortung.

Als Lehrkräfte gestalten wir die vorbereitete Lernumgebung und ergänzen und pflegen sie sorgsam. Wir führen die Kinder in die Handhabung der Lernmaterialien ein und beobachten sie genau, um gegebenenfalls Hilfestellung zu geben, zu beraten, zu bestärken und zu ermutigen. Nicht unterrichten, sondern aufrichten ist unsere Aufgabe.

Mangelt es den Kindern jedoch an Eigeninitiative, Konzentrationsfähigkeit oder Anstrengungsbereitschaft, so wird die Lehrkraft als korrigierende Stütze gebraucht.

Da wir – wie alle Regelschulen NRWs – den Erlassen und Vorgaben des Landes verpflichtet sind, achten wir darauf, dass die Lernziele der Grundschule und die erwarteten Kompetenzen durch die Arbeit mit den angebotenen Arbeitsmaterialien erreicht werden. Alle Kinder haben Pflichtaufgaben, die sie als Mindestanforderung erledigen müssen. Ein Wechsel zwischen frei gewählten Arbeiten und Pflichtaufgaben ist innerhalb eines Vormittags üblich. Da die Kinder viele Aufgaben selbst auf Richtigkeit überprüfen können, entfällt zum Teil für die Lehrkraft die Rolle des Fehleraufzeigens und
-bewertens. Sie hat jedoch für die Festlegung und Einhaltung von „Spielregeln“ im Umgang miteinander und mit dem Material Sorge zu tragen.

Durch das „Klassenlehrerprinzip“ mit möglichst wenigen wechselnden Lehrkräften wird einerseits ganzheitliches, fächerübergreifendes Lernen ermöglicht, andererseits werden dadurch erweiterte Möglichkeiten für persönliche Zuwendung und erzieherisches Handeln geschaffen. Erfahrungen der Anerkennung, Bestätigung, Ermutigung und Geborgenheit helfen den Kindern auf dem Weg zu sich selbst.

Trotz der Bindung unseres Arbeitens an die Lehrplan-Vorgaben bleibt in jeder Klasse breiter Raum für die „Pädagogische Freiheit“ der Lehrer/innen – neben den bereits zuvor beschriebenen Freiheiten des einzelnen Schülers. So ist jede Klasse unterschiedlich pädagogisch geprägt; aufgrund der unterschiedlichen Persönlichkeiten der jeweiligen Lehrer/innen, die ihrer Klasse ein je eigenes „Gesicht“ zu geben verstehen.

Unterstützt wird das Kollegium durch die beste Hausmeisterin (Frau Petrie) und die beste Sekretärin (Frau Sauren) der Welt. Sie sind die guten Geister der Wichernschule.
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